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Mein Körper vertraut mir


Bodypositivity! Yeah! Yeah! Ye-Aber! Aber was, wenn ich gar nicht so bodypositiv bin? Also bei anderen kein Problem. Aber so selber? Nur ich und die Rollen? Nur ich und die Knochen? Nur ich und diese ganze Körperlichkeit inklusive Schmerz, Autoimmunerkrankung, Krebs oder den normalen biologischen Veränderungsprozessen?


Vertraue Deinem Körper, heißt die Maxime. Schön, wenn das gelingt. Dann wird alles einfach. Essverhalten normalisiert sind, Bewegung findet statt, Ruhezeiten werden eingehalten, Laune ist stabil.


Bei vielen Menschen ist das Vertrauensverhältnis mit dem eigenen Körper allerdings beschädigt oder gebrochen. Da gab es viele Erwartungen und viele Enttäuschungen. Wie soll man einem Körper vertrauen, der dann macht, was er will? Der auf intuitives Essen erfreut mit Appetitsteigerungen reagiert oder nach ein paar Runden um den See signalisiert: Die Knie müssten bitte mal in die Werkstatt. Und wieso sieht das bei mir eigentlich nicht so strahlend okay aus wie bei den bodypositiven Influencern, sondern einfach nur zu fett für die Jeans, zu mager für den Ausschnitt, zu käsig für den Strand? Es ist schwer dem Körper zu vertrauen, wenn ich ihn jahre- oder jahrzehntelang für etwas gehalten habe, das es zu bändigen galt.


Drehen wir das Ganze mal um und sehen uns die Sache vom Kopf aus an. Von unserem Bewusstsein. Wir wissen unglaublich viel über Ernährung, Bewegung, Stressbewältigung. Und wir haben das alles auch schon an unserem Körper ausprobiert. Wie geht es dem eigentlich damit? Wie ist das, wenn vom Kopf her immer wieder neue Ideen kommen, die der Körper jetzt unbedingt mal ausprobieren soll? Und wie geht es dem Körper, der so gut es geht, mitmacht, aber dafür kaum Wertschätzung bekommt?


Allein die ganzen Standardfunktionen, dieses Atmen und Pulsieren, Regenerieren, Ausgleichen, Reparieren... alles so nebenbei, nicht der Rede wert, solange es läuft. Und dann die Extras, die immer mal wieder wechseln. Was will die Frau/der Mann eigentlich immer? Du vertraust deinem Körper nicht? Aber sieh es mal so: Dein Körper vertraut dir. Er hat niemand anderen als dich.




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