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Trauer

Ein Gefühl mit vielen Gesichtern



Trauer. Ein angemessenes Gefühl nach einem emotionalen Verlust. Aber so schmerzhaft, so präsent, so andauernd. Es fühlt sich an, als würde es nie besser werden.


„Wir hatten ja am Morgen noch ganz normal miteinander gesprochen. Überhaupt war alles eben ganz normal. Und ab dem Abend gar nichts mehr. Wie soll ich das denn jetzt machen?”


Es gibt bei Trauer keine Skala. Trauer ist zudem hochdynamisch, mal lässt sie nach, im nächsten Moment ist sie wieder voll da und niemand kann sagen, ob und wann sie vergeht. Trauer kann uns in ihrer Intensität überfallen, wenn die Beziehung im Leben vielleicht schon lange eine distanzierte war oder man glaubte, schon vor einiger Zeit Abschied genommen zu haben. Trauer ist oft auch ein einsames Gefühl. Selbst in vertrauten Beziehungen trauert jede Person auf ihre Weise. Dazu kommt eine große Verletzlichkeit.


Bei Trauerfällen haben wir auch mit anderen starken Gefühlen zu tun. Große Liebe, die sich noch am ehesten teilen lässt, aber auch Emotionen, mit denen wir vielleicht weniger Gewohnheit haben. Todesfälle lassen unter Umständen Konflikte aufbrechen oder entstehen. Es geht auch um Wut, Neid und Angst.

Trauern ist kein edler Prozess.


„Wir waren ja nicht verheiratet, wollten wir auch nie sein. Seine Schwester hat dann bei der Beerdigung alles bestimmt. Ich durfte nicht mal was sagen.”

Die Pausetaste des Lebens

Trauer drückt gewissermaßen die Pausetaste des Lebens. Ein anderer ist gestorben und wir stehen jetzt still. Selten kommt der Tod passend und einvernehmlich. Öfter stellt er einen ungewollten Beziehungsabbruch dar. Meist sind auch andere davon betroffen und die Beziehungen um die verstorbene Person herum müssen sich neu ordnen. Das kann der Fall sein, wenn Matriarchinnen oder Patriarchen sterben, die das Herz eines Beziehungssterns darstellten. Der Stern implodiert. Personen, die vorher über die Matriarchin oder den Patriarchen verbunden waren, prallen aufeinander. Gleichzeitig ist das Stresslevel hoch, denn es gibt viel zu regeln. Sei es die Beisetzung, die organisatorischen Zwischenaufgaben und später das Erbe. Das Erbe kann zum Streitpunkt werden, einerseits materiell, aber auch gänzlich immateriell. Es geht unter Umständen um Deutungshoheit, den Umgang mit geliebten Dingen, darum, wer den Hund bekommt oder auch nur, ob der Rosenstock im Garten ausgegraben werden darf. Diese scharf geführten Kämpfe bestanden bereits lange vorher, mit dem Tod der zentralen Person brechen sie nun auf.

„Mir geht es nicht um das Haus. Das ist mir egal, das war klar, dass es an Piet geht. Aber dass die Möbel schon zwei Wochen später auf dem Sperrmüll gelandet sind, ohne mein Wissen, das hat mich getroffen. Selbst der Sessel... alles einfach weg. Ich weiß, es sind nur Möbel, aber es fühlt sich furchtbar an.”

Gehört das nicht einfach zum Anwalt? Was kann Coaching da helfen? Im Coaching kümmern wir uns um den Teil, der Sie betrifft. Jenseits der rechtlichen Lage, jenseits der Streitigkeiten geht es im Coaching darum, Ihnen den Raum zu geben, ihr eigenes Feld zu sichten. Hier ist ein geschützter Raum, die Dinge in aller Ruhe für sich selbst zu betrachten. Es ist wichtig, erst selbst zur Klärung zu kommen, bevor ich im Außen verhandle. Ein für mich reservierter Coachingraum kann dazu dienen, mir meiner Wünsche bewusst zu werden und gleichzeitig den Blick dafür zu öffnen, auf welche Weise sie sich erfüllen können. In der akuten Streitsituation verengt sich die Perspektive, es scheint nur ein Entweder/Oder zu geben. Coaching schafft mehr Handlungsoptionen. Nicht weil auf einmal mehr da ist (leider können wir nicht zaubern!). Sondern weil mehr sichtbar und möglich wird. Und es einen klaren inneren Weg gibt. Inklusive möglicher Nebenstrecken, Abkürzungen und Umleitungen, die man keinesfalls gehen wird.


„Das war eine Erleichterung. Dass ich mal alles auf den Tisch legen konnte und dann sortieren. Das ging ja vorher gar nicht mehr. Alles war so durcheinander und wenn ich was gesagt habe, gab es gleich wieder Gezeter. Ich brauchte erstmal einfach nur Raum für mich. Da kam ich dann auch zur Ruhe und konnte entscheiden.”

Egal, wer gestorben ist und egal, was Ihr Thema damit ist: Hier ist ein Raum, sich diesem Thema für eine bestimmte Zeit zuzuwenden. Der Trauer Raum zu geben führt nicht dazu, dass sie sich noch weiter ausbreitet. Trauer ist ohnehin da. Der Trauer Raum zu geben, heißt sich auf einen Prozess einzulassen, in dem wir stärker werden können. Nicht mit zusammengebissenen Zähnen und im Durchhaltemodus, sondern im Kontakt mit den eigenen Ressourcen und Anteilen. Unser Coachingprozess kann dafür eine gute Struktur, Verlässlichkeit und Unterstützung geben.

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